Grobe Fahrlässigkeit

Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch (BGB) han­delt der­je­ni­ge fahr­läs­sig, der die „erfor­der­li­che Sorg­falt außer Acht lässt.“ (§ 276 BGB) Umgangs­sprach­lich könn­te man sagen: wer eine Hand­lung unvor­sich­tig oder ver­ant­wor­tungs­los vor­nimmt, der han­delt fahr­läs­sig.

Jeder Mensch muss in bestimm­ten Situa­tio­nen min­des­tens die Sorg­falt und Vor­sicht auf­brin­gen, die in die­ser Situa­ti­on objek­tiv von­nö­ten ist. Fahr­läs­si­ges Ver­hal­ten wird unter­stellt, wenn die Fol­gen des sorg­lo­sen Ver­hal­tens für den Men­schen abseh­bar und ver­meid­bar waren, die­ser einen Scha­den nicht absicht­lich her­bei­führt, ihn aber den­noch in Kauf nimmt.

Bei gro­ber Fahr­läs­sig­keit muss die erfor­der­li­che Sorg­falt „in hohem Maße“ ver­letzt wer­den, so dass davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass der gesun­de Men­schen­ver­stand bei der Hand­lung außer Acht gelas­sen wur­de. Ein Bei­spiel: eine bren­nen­de Ker­ze wird län­ger als 15 Minu­ten unbe­auf­sich­tigt gelas­sen.

Vor der Reform des Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­set­zes (VVG) im Jahr 2008 war der Ver­si­che­rer bei gro­ber Fahr­läs­sig­keit von der Ver­si­che­rungs­leis­tung befreit. Seit 2008 füh­ren grob fahr­läs­si­ge Hand­lun­gen des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder des­sen Reprä­sen­tan­ten zu Ein­schrän­kun­gen der Ent­schä­di­gungs­leis­tung im Ver­si­che­rungs­fall. Hier­bei kommt es auf die Schwe­re des Ver­schul­dens an. Vie­le Ver­si­che­rer bie­ten Ver­si­che­rungs­schutz mit dem Ver­zicht auf Ein­re­de der gro­ben Fahr­läs­sig­keit an. Die­se Klau­sel ist in den gän­gi­gen Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­run­gen und Haus­rat­ver­si­che­run­gen heu­te Stan­dard. Im Rah­men der Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist die gro­be Fahr­läs­sig­keit eben­falls abge­deckt.

Was ist der Unterschied zwischen grober Fahrlässigkeit und Vorsatz?

Bei gro­ber Fahr­läs­sig­keit nimmt die han­deln­de Per­son in Kauf, dass durch ihr Han­deln ein Scha­den ent­ste­hen kann. Es besteht aber nicht die Absicht, dass ein Scha­den ein­tritt. Soll­te dies doch der Fall sein, wird von einem vor­sätz­li­chen Han­deln gespro­chen.

Vor­satz ist grund­sätz­lich nicht ver­si­chert und auch nicht ver­si­cher­bar. Ein Geschä­dig­ter hat jedoch in jedem Fall das Recht auf den Ersatz sei­nes Scha­dens. Der Ver­ur­sa­cher muss für den Fall, dass die Ver­si­che­rung nicht greift, per­sön­lich für den Scha­den haf­ten.


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