Versicherer

Der Ver­si­che­rer wird umgangs­sprach­lich auch Ver­si­che­rung, Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men oder Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft genannt und ist die Par­tei des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges, die Ver­si­che­rungs­schutz gewährt – der Ver­si­che­rungs­ge­ber. Die ande­re Par­tei ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer – er erhält den Ver­si­che­rungs­schutz.

Recht­lich rich­tig ist die Bezeich­nung Ver­si­che­rungs­trä­ger, frü­her wur­den Ver­si­che­rer auch Asse­ku­ra­deu­re genannt.

Der Ver­si­che­rer über­nimmt das ver­si­cher­te Risi­ko des Ver­si­che­rungs­neh­mers gegen die Zah­lung einer ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Prä­mie und ver­pflich­tet sich, im Ver­si­che­rungs­fall die ver­ein­bar­te Ver­si­che­rungs­leis­tung zu erbrin­gen.

In Deutsch­land ist der Ver­si­che­rer ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men in Form einer Akti­en­ge­sell­schaft (z.B. AXA Ver­si­che­rung AG), eines Ver­si­che­rungs­ver­eins auf Gegen­sei­tig­keit (VVaG), einer Anstalt des öffent­li­chen Rechts oder einer Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts. 530 Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men und Pen­si­ons­fonds sind in Deutsch­land zum Geschäfts­ver­kehr zuge­las­sen (Stand 2019).

Da Ver­si­che­rer eine zen­tra­le wirt­schaft­li­che Rol­le spie­len, unter­lie­gen sie einer beson­de­ren staat­li­chen Kon­trol­le. Die­se Kon­trol­le über­nimmt in Deutsch­land die Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht – kurz BaFin. Das zustän­di­ge Fach­mi­nis­te­ri­um ist das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Finan­zen. Das Gesetz über die Beauf­sich­ti­gung der Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men (Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz – VAG) ist die zen­tra­le bun­des­recht­li­che Vor­schrift, die unter ande­rem die Zulas­sung, den Geschäfts­be­trieb, Rechts­for­men, Kapi­tal­an­la­gen und die Auf­sicht regelt.

His­to­risch betrach­tet wur­de bis ins 17. Jahr­hun­dert Ver­si­che­rungs­schutz nicht von Ver­si­che­rern, son­dern von Ein­zel­per­so­nen, Zünf­ten oder Gil­den gewährt. Mit­te des 17. Jahr­hun­derts ent­stan­den ers­te Ver­si­che­rer mit wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen. Die Feu­er- und (See-)Transportversicherungen waren die ers­ten Ver­si­che­run­gen. Die ers­ten rich­ti­gen Ver­si­che­rer in Deutsch­land wur­den auf staat­li­che Ver­ord­nung gegrün­det, die bekann­tes­ten waren die Ham­bur­ger Feu­er­kas­se (1676) und die Ber­li­ner Feu­er­so­zie­tät (1718). Nach heu­ti­gem Stand waren dies Anstal­ten des öffent­li­chen Rechts. Der ers­te deut­sche und damit ältes­ter Ver­si­che­rungs­ver­ein auf Gegen­sei­tig­keit war die Gotha­er Feu­er­ver­si­che­rungs­bank für den Deut­schen Han­dels­stand (1820). Der ers­te Spe­zi­al­ver­si­che­rer für Beam­te, die Deut­sche Beam­ten­ver­si­che­rung (DBV), wur­de 1871 als Lebens­ver­si­che­rungs­an­stalt für die Armee und Mari­ne gegrün­det.

Eine neue­re Form der Ver­si­che­rer sind die so genann­ten Direkt­ver­si­che­rer bezie­hungs­wei­se Direkt­ver­si­che­run­gen. Zum Abschluss eines Ver­tra­ges wird man nicht über einen Außen­dienst­be­ra­ter bera­ten und betreut, son­dern schießt über den Direkt­ver­trieb, z. B. über das Inter­net, Tele­fon, Fax oder per Brief­post ab.


Weitere Informationen

Ver­si­che­run­gen für Pri­vat­kun­den

Ver­si­che­run­gen für Fir­men­kun­den

Ver­si­che­run­gen für den öffent­li­chen Dienst

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