Leitungswasser

Nach den All­ge­mei­nen Haus­rat­ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen (VHB 2003) ver­steht man unter Lei­tungs­was­ser, Was­ser wel­ches bestim­mungs­wid­rig aus dem geschlos­se­nen Rohr­lei­tungs­sys­tem aus­tritt. Das sind:

  • Zu- oder Ablei­tungs­roh­ren der Was­ser­ver­sor­gung oder den damit ver­bun­de­nen Schläu­chen.
  • mit den Zu- und Ablei­tungs­roh­ren der Was­ser­ver­sor­gung ver­bun­de­ne Ein­rich­tun­gen oder aus deren was­ser­füh­ren­den Tei­len.
  • Ein­rich­tun­gen der Dampf- oder Warm­was­ser­hei­zung sowie aus Wär­me­pum­pen- Kli­ma- oder Solar­hei­zungs­an­la­gen.
  • Was­ser­dampf und Wär­me tra­gen­de Flüs­sig­kei­ten (z. B. Öle, Kühl­mit­tel, Käl­te­mit­tel, Sole) sind dem Lei­tungs­was­ser gleich­ge­stellt.
  • Aqua­ri­enoder Was­ser­bet­ten.
  • Sprink­ler- oder Berie­se­lungs­an­la­gen
  • Ver­si­chert sind auch Frost­schä­den an Lei­tungs­was­ser füh­ren­den Instal­la­tio­nen und sani­tä­ren Anla­gen sowie Frost- und sons­ti­ge Bruch­schä­den wei­te­ren Zu- und Ablei­tungs­roh­ren, die der Mie­ter oder Woh­nungs­ei­gen­tü­mer auf eige­ne Kos­ten beschafft oder über­nom­men hat und für die er nach Ver­ein­ba­rung mit dem Ver­mie­ter bzw. der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft das Risi­ko­trägt.

Ver­si­che­rungs­tech­nisch beinhal­tet der Über­be­griff Lei­tungs­was­ser die ver­si­cher­ten Gefah­ren Bruch- und Frost­schä­den an Roh­ren und Instal­la­tio­nen sowie Näs­se.

Schä­den durch Näs­se sind häu­fig Fol­ge­schä­den eines Rohr­bruchs, wenn etwa der Par­kett­bo­den durch aus­ge­tre­te­nes Lei­tungs­was­ser auf­ge­quol­len ist.

Für den Ersatz eines Lei­tungs­was­ser­scha­dens ist es wich­tig, dass das Was­ser bestim­mungs­wid­rig aus­ge­tre­ten ist. Das ist der Fall, wenn ein Rohr bricht und die Wand durch­feuch­tet wird, nicht jedoch, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer Was­ser in das Wasch­be­cken ein­las­sen will, das Bad kurz ver­lässt und das Was­ser über­läuft.

Als Leis­tungs­was­ser wird auch das Was­ser der Ablei­tungs­roh­re bezeich­net. Lei­tungs­was­ser­schä­den bestim­men den Haupt­teil der Schä­den in der Wohn­ge­bäu­de- und Haus­rat­ver­si­che­rung.

Ins­be­son­de­re in der Gebäu­de­ver­si­che­rung ist die Abgren­zung zwi­schen Ver­si­che­rungs- und Sanie­rungs­fall schwie­rig. In den letz­ten 25 Jah­ren ist die Anzahl der Lei­tungs­was­ser­schä­den auf­grund der altern­den und kor­ro­die­ren­den Lei­tungs­net­ze erheb­lich gestie­gen. Dies wur­de sei­ner­zeit bei der glei­ten­den Neu­wert­ver­si­che­rung inner­halb der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung nicht ein­kal­ku­liert und hat­te erheb­li­che Ver­lus­te für die Ver­si­che­rer zur Fol­ge. Um die Men­ge an Lei­tungs­was­ser­schä­den zu redu­zie­ren ergrei­fen die Ver­si­che­rer heu­te Maß­nah­men, wie die Berück­sich­ti­gung des Gebäu­de­zu­stan­des, ein­ge­schränk­te Ver­si­che­rungs­mög­lich­kei­ten von Gebäu­den mit maro­den Roh­ren und die Staf­fe­lung der Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge nach Alter und Bau­jahr des Gebäu­des. Prä­mi­en­an­pas­sungs­klau­seln ermög­li­chen es dem Ver­si­che­rer außer­dem auf eine Ände­rung der Risi­ko­si­tua­ti­on zu reagie­ren. Die Steue­rung der Scha­den­be­he­bung über Hand­wer­ker­net­ze, die mit den Ver­si­che­run­gen zusam­men­ar­bei­ten, redu­ziert eben­falls die Höhe der Ent­schä­di­gun­gen und erleich­tert die Unter­schei­dung zwi­schen Sanie­rungs- und Scha­den­fall.

Schutz gegen Lei­tungs­was­ser­schä­den bie­ten jedoch nicht nur die ver­bun­de­ne Haus­rat- und Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung son­dern auch der Bereich der land­wirt­schaft­li­chen und gewerb­li­chen Gebäu­de­ver­si­che­run­gen, sowie gewerb­li­che Inhalts­ver­si­che­run­gen.


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