Betriebsunterbrechungsversicherung

Die Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung ist die Sam­mel­be­zeich­nung für die­je­ni­gen Ver­si­che­rungs­ar­ten der Scha­den­ver­si­che­rung, die Ver­si­che­rungs­schutz für Erlös­ein­bu­ßen infol­ge einer Betriebs­un­ter­bre­chung oder Beein­träch­ti­gung in der betrieb­li­chen Leis­tungs­er­stel­lung und -ver­wer­tung gewäh­ren. Die Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung zahlt die ent­gan­ge­nen Erlö­se und sichert den Betrieb in Aus­fall­zei­ten.

Eine Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung deckt die finan­zi­el­len Ein­bu­ßen einer Unter­bre­chung des Betrie­bes ab, in denen der Scha­den auf­grund von Ein­bruch, Lei­tungs­was­ser­scha­den, Sturm, Hagel, Schnee­druck, Felssturz/​Steinschlag, Erd­rutsch, Glas­bruch aber auch Feu­er ent­stan­den ist.

Die Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung ersetzt den ent­gan­ge­nen Gewinn sowie die nicht erwirt­schaf­te­ten fort­lau­fen­den (fixen) Kos­ten wäh­rend der soge­nann­ten Haft­zeit. Die Haft­zeit beträgt regel­mä­ßig 12 Mona­te ab Ein­tritt des Sach­scha­dens (und nicht der Betriebs­un­ter­bre­chung). Über geson­der­te Ver­ein­ba­run­gen kann die Haft­zeit ver­län­gert wer­den, z. B. wenn eine Betriebs­wie­der­auf­nah­me inner­halb die­ser Zeit vor­her­seh­bar nicht erreicht wer­den kann. So sind bei­spiels­wei­se über­jäh­ri­ge Haft­zei­ten von 24 oder auch 36 Mona­ten durch­aus üblich. Die Betriebs­un­ter­bre­chung endet, wenn die voll­stän­di­ge kauf­män­ni­sche und tech­ni­sche Betriebs­be­reit­schaft wie­der­her­ge­stellt ist.

Pro­ble­ma­tisch in der Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung ist die Fest­set­zung einer Ver­si­che­rungs­sum­me. Grund­sätz­lich soll die Ver­si­che­rung den mög­li­chen Ertrags­aus­fall in der Zukunft abde­cken, obwohl im Vor­aus nur gro­be Schät­zun­gen die­ser Wer­te vor­ge­nom­men wer­den kön­nen. In der Pra­xis wer­den ver­schie­de­ne Kon­zep­te ange­wandt, um die­ses Pro­blem zu umge­hen. So kann auf die Ver­si­che­rungs­sum­me bei­spiels­wei­se eine soge­nann­te Nach­haf­tung addiert wer­den, die sich übli­cher­wei­se auf 30 % beläuft. Nach Ablauf eines Ver­si­che­rungs­jah­res wird der tat­säch­lich erwirt­schaf­te­te Unter­neh­mens­er­trag mit der Ver­si­che­rungs­sum­me ver­gli­chen und ggf. Prä­mie nach­er­ho­ben bzw. (inner­halb gewis­ser Gren­zen) zurück­er­stat­tet.

Schadenbeispiel:

Durch einen Brand wer­den Maschi­nen beschä­digt. Der Sach­scha­den wird von einer Sach­in­halts­ver­si­che­rung über­nom­men, aller­dings dau­ern die Abwick­lung und Neu­be­schaf­fung bzw. die Instand­set­zung der Maschi­nen eini­ge Tage. In die­ser Zeit lau­fen die Betriebs­kos­ten wei­ter, es kann aber nicht pro­du­ziert oder gear­bei­tet wer­den. Je nach Zeit­span­ne der Betriebs­un­ter­bre­chung kom­men klei­ne und gro­ße Unter­neh­men mit gerin­gen Rück­la­gen schnell ins Schwim­men, denn die Mie­ten, Zin­sen und Ange­stell­ten kön­nen irgend­wann nicht mehr bezahlt wer­den.

Um die­ses Aus­fall­ri­si­ko zu mini­mie­ren, bie­ten Ver­si­che­run­gen eine Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung an. Eine Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung zahlt die ent­gan­ge­nen Erlö­se und sichert den Betrieb in Aus­fall­zei­ten.

Eng ver­bun­den mit der Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung sind die Ertrags­aus­fall­ver­si­che­rung, die Pra­xis­aus­fall­ver­si­che­rung und die Betriebs­schlie­ßungs­ver­si­che­rung in Fol­ge von Seu­chen­ge­fah­ren.


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